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Ringelröteln · Schwangerschaft

Ringelröteln sind für Erwachsene eine harmlose Infektionserkrankung, verursacht vom Parvovirus B19. Bei weiblichen Kindern und Jugendlichen treten Ringelröteln oft epidemieartig auf.

Die Infektion, die in der Fachsprache Erythema infectiosum genannt wird, ist durch einen charakteristischen Hautausschlag in Form eines Schmetterlings auf Wangen und Nase gekennzeichnet. Nur bei 15-20% der infizierten Personen entwickelt sich der typische Hautausschlag. Dieser beginnt in der Regel als großflächige Rötung der Wangen ("Ohrfeigengesicht"). Danach treten auch an anderen Körperregionen entsprechende Rötungen auf.

Die Erkrankung geht einher mit einem leichten Krankheitsgefühl, leichtem Fieber, Hals- und Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Lymphknotenschwellungen und einem Ausschlag. Erwachsene haben zusätzlich Gelenkschmerzen und -schwellungen und manchmal leichte Grippeanzeichen. Die Symptome zeigen sich meist vier bis vierzehn Tage nach der Ansteckung. Etwa 20% der Infizierten bemerken die Erkrankung gar nicht. Etwa die Hälfte aller Erwachsenen hat bereits Ringelröteln gehabt, oftmals gänzlich unbemerkt. Eine Impfung gegen Ringelröteln existiert nicht.

Wer einmal an Ringelröteln erkrankt war, besitzt lebenslangen Schutz (Immunität) gegen das Parvovirus B19, den Erreger der Ringelröteln.

Ringelröteln während der Schwangerschaft

Sollte eine Frau während der Schwangerschaft Ringelröteln bekommen, dann kann der Fötus geschädigt werden. Das Parvovirus B19 infiziert die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen im Knochenmark und in der fötalen Leber. Der Fötus kann keine rote Blutkörperchen mehr produzieren und leidet unter einer lebensgefährlichen Form der Anämie und Herzinsuffizienz. Die Gefahr einer Schädigung liegt bei ca. 40%, die einer Totgeburt bei etwa 12%. Komplikationen sind selten: Gelegentlich kommt es zu Gelenkbeschwerden, die jedoch von alleine ausheilen. Durch die Dämpfung der blutbildenden Zellen kann sich in der Folge einer Ringelrötelninfektion eine kurzdauernde Blutarmut ausbilden, die jedoch in der Regel keiner Therapie bedarf. Selten kann es bei der Infektion einer werdenden Mutter auch zu einer Infektion des ungeborenen Kindes kommen.

Bei Verdacht auf eine Parvovirus-B19-Infektion sollte eine sofortige Bestimmung des Parvovirus-B19-Immunstatus durch Antikörperuntersuchung im Blut der Mutter erfolgen. Sind daraufhin Anzeichen für eine akute Infektion vorhanden, ist eine sofortige Kontrolle notwendig. Die Untersuchung sollte durch den Nachweis von Antikörpern gegen Parvovirus B19 im Nabelschnurblut und den direkten Virusnachweis im Fruchtwasser, im Bauchwasser des Fötus, in den Chorionzotten oder im Nabelschnurblut bestätigt werden. Als Frühzeichen einer fötalen Infektion kann ein erhöhter Alpha-Fetoprotein-Wert im mütterlichen Blut gelten. AFP ist ein Eiweiß, das hauptsächlich in der Leber und im Dottersack des ungeborenen Kindes hergestellt wird. Probleme, die aufgrund einer lebensgefährlichen fötalen Anämie auftreten, wie abnorme Flüssigkeitsansammlung um Herz, Lungen und Bauch, können bei Ultraschalluntersuchungen festgestellt werden.

Ergeben sich Hinweise auf eine Gefährdung des Kindes, kann eine intrauterine Austauschtransfusion notwendig werden. Dabei wird von außen, also über eine Punktion der Nabelschnurgefäße durch die Bauchdecke der Mutter, das Blut des Kindes ausgetauscht.

Ohne eine rechtzeitige Therapie kann dies in ca. 10% der Fälle einen Spontanabort zur Folge haben. Falls die Schwangere angesteckt worden ist, wird die Ärztin die Schwangerschaft aufmerksam überwachen. In einigen Zentren und Kliniken wird eventuell eine intrauterine Erythrozytentransfusion vorgenommen. Bei nachgewiesener Infektion des Fötus sind Schäden durch eine intrauterine (= in der Gebärmutter) Transfusion mit einem Konzentrat aus roten Blutkörperchen in den meisten Fällen zu verhindern.

Eine Ansteckung mit Ringelröteln in der Schwangerschaft kann jedoch gravierende Folgen haben! Die Komplikationen für das ungeborene Kind bei einer Infektion während der Schwangerschaft reichen von einer Anämie, über den Hydrops fetalis, bis zum Spontanabort bzw. einer Totgeburt. Im Gegensatz zu einer Infektion mit dem Rötelnvirus sind bisher keine angeborenen Missbildungen durch eine Infektion mit dem Parvovirus B19 bekannt geworden.

In der Frühschwangerschaft kann es bei einer akuten Infektion der Schwangeren zu einem Abort oder zu Fehlbildungen kommen, erfolgt eine sichere Infektion im letzten Drittel der Schwangerschaft so sind letztendlich auch hier noch ( selten !!! ) Folgen für das Kind möglich - z.B. Frühgeburt oder Sepsisähnliches Krankheitsbild mit hämolytischer Anämie und mögli- cher Organbeteiligung verschiedener Organe.

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